
Fahrsicherheit
Adleraugen im Blindflug
Wer in der Nacht gut sieht
und Hindernisse rechtzeitig erkennen kann, ist unbestritten sicherer unterwegs als Autofahrer, die quasi im Blindflug durch die Nacht fahren. Aber selbst bei guten Augen und modernem Abblendlicht mit einer Ausleuchtung von 50 bis zu 70 Metern kommt der Blindflug früher, als man denkt.
Gerade auf Landstraßen,
auf denen es wenig zusätzliche Lichtquellen gibt, wird häufig die Zeit knapp, um bei einem Hindernis noch rechtzeitig bremsen zu können. Bei 100km/h beträgt der Anhalteweg knapp 90 Meter, die Reaktionszeit des Fahrers eingerechnet. So weit reicht kein Abblendlicht, und ein rechtzeitiges Bremsen ist im Grunde nicht mehr möglich.
Die "sichere Geschwindigkeit",
bei der noch rechtzeitig gebremst werden könnte, liegt bei 50 Meter Sichtweite bei gerade einmal 71 km/h. Reichen die Scheinwerfer 70 Meter weit, wären 87 km/h möglich, schnelle Reaktion und gute Bremsen vorausgesetzt.
So banal es klingen mag:
Fernlicht ist ein riesiges Plus an Sicherheit für alle, die nachts unterwegs sind. Trauriges Ergebnis unterschiedlicher Studien: Viele Fahrer nutzen das Fernlicht zu selten oder zu spät. Fehleinschätzungen, Bedienfaulheit oder die Befürchtung, andere Verkehrsteilnehmer zu blenden, sind die Ursachen.
Fernlicht reicht gut 150 Meter
weit und schafft so einen deutlichen Sicherheitsgewinn. Wer also bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h ein Hindernis frühzeitig erkennt und rechtzeitig bremsen kann, schafft sich einen Sicherheitspuffer von knapp 60 Metern.
Bei vielen neuen Autos
kann das Auf- und Abblenden auch von einem Assistenzsystem übernommen werden. "SmartBeam" heißt diese Technik, welche neben Sicherheit auch einen Gewinn in Sachen Komfort schafft.
Es gilt:
Fernlicht nutzen, wo immer es geht. Bei Gegenverkehr oder vorausfahrenden Fahrzeugen sollte allerdings rechtzeitig abgeblendet werden. Und nicht vergessen: Die Scheinwerfereinstellung muss regelmäßig genau kontrolliert werden.
AvD-Experte: Bastian Roet
E-Mail: bastian.roet@avd.de
E-Mail: bastian.roet@avd.de
Quelle: AUTOtests/AvD