|
|
Neuvorstellung Fiat Panda Cross
Fiat Panda Cross: Ganz schön krass
Allradantrieb im Panda hat Tradition. Der Panda Cross hat dazu ein extravagantes Offroad-Kleid geschneidert bekommen. Alles nur Maskerade? Im Test musste der Panda Cross zeigen, was er auf dem Kasten hat.
Sehnsucht nach Freiheit
Mit 17.570 Euro ist der Panda Cross der unbestrittene Spitzenreiter in der Modellpalette. Allradadantrieb gibt es im Panda 4x4 bereits ab 12.140 Euro. Dann allerdings mit dem 60 PS Benziner unter der Haube. Im Panda Cross schlägt deutlich vernehmbar ein Diesel-Herz. Der 1.3 Multijet 16V leistet 70 PS, die mit Drehzahl bei Laune gehalten werden wollen. Zudem quält sich der Vierzylinder mit einer leichten Anfahrschwäche, auch wenn nominell 145 Newtonmeter Drehmoment bereits bei 1.500 Umdrehungen abrufbereit sind. Um das zu kaschieren, wurde der erste Gang für den Einsatz im Gelände besonders kurz ausgelegt. Dazu später mehr.
|
|
| |
Italienische Farbspiele
Auf dem Parkplatz sticht der Panda Cross in Orange-Grau aus der Masse der Automobile heraus. Die Karosserie thront sichtbar erhöht über den 15-Zoll-Leichtmetallfelgen. Die Front präsentiert sich dem sichtbaren Unterfahrschutz aus Aluminium robust. Und die grau abgesetzten Fernscheinwerfer verleihen dem Panda Cross etwas Verwegenes. Ganz schön vorlaut, dieses Bärchen. Man muss die Optik mögen. Und ich gestehe, ich tue es. Der Innenraum nimmt das Farbspiel der Karosserie auf - Sitzwangen dunkelgrau, die Sitzflächen und Türverkleidungen orange. Silbergraue Applikationen verleihen zudem der wuchtigen Mittelkonsole etwas Pfiff. Die Kunststoffe sind wie bei jedem Panda eher einfach und nicht perfekt verarbeitet. Dennoch hält sich der Testwagen auch auf Holperpflaster mit Knarzgeräuschen zurück.
Nur keine Eile
Wer es lieber sportlich mag, wird mit dem Panda 4x4 nicht glücklich. 150 km/h Höchstgeschwindigkeit reichen, um problemlos im Verkehr mitzuschwimmen, zu mehr aber auch nicht. Dafür reist es sich auf den Panda-Sitzen erstaunlich komfortabel. Selbst die Hoppelneigung des Fahrwerks bei kurzen Bodenwellen auf der Autobahn ist damit erträglich. Und auch der Kraftstoffverbrauch bleibt mit getesteten 5 bis 7 Litern im Rahmen dessen, was man einem Kleinwagen zugestehen möchte.
Überblick behalten
Durch die hohe Sitzposition und die kantige, kurze Karosserie macht das Einparken in der Stadt richtig Spaß. Allerdings sind bei vollem Lenkeinschlag Verspannungen im Antriebsstrang zu spüren. Für die Aufteilung der Antriebskraft zwischen Vorder- und Hinterachse ist eine Visco-Kupplung zuständig. Kommt es im Gelände einmal dicker, lässt sich die Antriebskraft mittels elektronischem Sperrdifferenzial fifty-fifty zwischen den Achsen verteilen.
Kleiner Wühler
Unser Ausflug ins Gelände führte uns zur Großbaustelle des Flughafens Berlin-Brandenburg. Schlammige Wege und von Baumaschinen zerfurchtes, teils sandiges Terrain stellen den Gelände-Panda vor keine leichte Aufgabe. Zur Sicherheit ist noch ein zweiter Geländewagen mit Bergegurt dabei. Doch, soviel sei verraten, der kam nicht zum Einsatz. Wer sich abseits befestigter Wege wagt, tut gut daran zuvor das Terrain zu Fuß zu erkunden. Schließlich kann hinter jeder Furche eine tiefe Rinne lauern, die auch mit dem kurzen Radstand des Panda kaum zu bewältigen ist. Noch ein kritischer Blick auf das Straßenprofil, das sich im Gelände wahrscheinlich schnell mit losem Untergrund zusetzen wird. Dann geht es los. Zur Sicherheit hatten wir das Differenzial per Knopfdruck gesperrt. Mit viel Gas und wild durchdrehende Rädern wühlt sich der Panda Cross durch das Gelände, dass es eine wahre Freude ist. Er macht seinem Namen alle Ehre - auch ein Verdienst des mit 1,1 Tonnen noch recht geringen Gewichts. Wir können es nicht lassen, nochmals und nochmals wird das Gelände durchgepflügt.
Fazit: Zum Schluss steht eine gründliche Wäsche auf dem Programm - und die Erkenntnis, dass der Panda Cross mehr zu leisten vermag, als man zunächst vermutet. Darin unterscheidet er sich von den Fahrzeugen á la Cross Golf, bei denen die Offroad-Optik nur Maskerade ist und der Antrieb ausschließlich über die Vorderräder erfolgt.
(11/07) mototype, Holger Schilp
| Allianz Autowelt Datenblatt |
Fahrzeug | Fiat Panda Cross |
Motor | 1.248 ccm, 4 Zylinder, Reihe (Turbo) |
Leistung | 51 kW (70 PS) |
Drehmoment | 145 Nm bei 1.500 U/min |
Fahrleistungen | 150 km/h, 0-100 km/h in 18 s |
Verbrauch | 5,3 Liter Diesel/100 km |
Schadstoffnorm | Euro 4 |
Gewicht/Zuladung | 1.165 kg leer, 370 kg Zuladung |
Abmessungen | 3.581 x 1.611 x 1.605 (LxBxH) |
Kofferraum | 200 Liter (max. 855 Liter) |
Basispreis | 17.570 Euro |
Stand 12/2007
|