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Mobilität braucht Sicherheit
Volkswagen Golf V 1.6 FSI

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Fahrbericht
Volkswagen Golf V 1.6 FSI

Golf V: Willkommen zu Hause

Die wochenlange Pressevorstellung ist vorbei. Golfsburg heißt wieder Wolfsburg und der neue Golf V steht bei den Händlern. Jetzt wird es ernst, schließlich möchte Volkswagen bis zum Jahresende in Deutschland noch ca. 135.000 Exemplare verkaufen. Ein erster Praxistest mit dem Golf V 1.6 FSI Comfortline. Preis: ab 17.995 Euro.

Neue Größe

Der Golf V: auf den ersten Blick ein typischer Golf. Und doch sind die Unterschiede zum guten alten Golf IV gewaltig. Der Neue steht mit seinem breiten Fahrwerk und der hohen Karosserie noch kraftvoller auf der Straße. Innen: viel Kopffreiheit auf allen Plätzen. Plus drei Zentimeter Breite um die Schultern, das bringt mehr Komfort als die blanken Zahlen dies vermuten lassen. Auch der Knieraum hinten hat zugelegt. Erwachsene dürften sich dort selbst auf langen Etappen wohl fühlen. Zudem findet im Kofferraum (350 Liter) eine Sporttasche mehr Platz als bisher. Der Golf V bietet insgesamt deutlich mehr Auto als sein Vorgänger. Trotzdem wird etwas schmerzlich vermisst: Das Nobel-Ambiente des Golf IV. Dunkle Kunststoffoberflächen, mit einer weichen Softlackschicht überzogen, sorgten hier für einen enorm hochwertigen Auftritt. Und nun das: Verkleidungen, grau in grau, die sich wie Gummi anfassen. Tendierte der alte Golf in der Materialanmutung Richtung Oberklasse, stärkt das Innenraumdesign des Golf V die Markenidentität - und erinnert eher an einen Polo.

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Licht und Schatten

Start frei. Der 16V-Vierzylindermotor mit Benzin-Direkteinspritzung erwacht mit hellem Klang zum Leben. Beim Beschleunigen untermalt der Auspuff eine Oktave tiefer den Einsatz der 115 PS (85 kW). Von null auf 100 km/h geht es in 10,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 192 km/h erreicht. Die gefühlten Fahrleistungen sind jedoch deutlich behäbiger. Tempo und Fahreindruck passen nicht zueinander, was vor allem am niedrigen Geräuschpegel und dem komfortablen Fahrwerk liegt. So entspannt reist es sich normalerweise nur in größeren Fahrzeugen. Bodenwellen und tiefe Schlaglöcher werden zuverlässig gefiltert. Leider zeigen Kopfsteinpflasterpassagen mit Knister- und Zirpgeräuschen aus dem Armaturenbrett und den Verkleidungen gnadenlos, dass der Vorführwagen noch nicht das von VW erwartete Qualitätsniveau erreicht. Mit ruhigem Gasfuß, verspricht VW, verbraucht der FSI im Schnitt nur 6,8 Liter je 100 Kilometer. Allerdings sollte es Super Plus sein. Das Hightech-Aggregat verträgt auch normalen Superkraftstoff. Dann genehmigt es sich allerdings, bei geringem Leistungsverlust, einen Schluck mehr.

Eine Klasse besser

Bei Bedarf flitzt der Wolfsburger auf flinken Beinen und mit nur minimaler Seitenneigung um die Kurven. Das Fahrwerk mit der neuen, aufwändigen Vierlenker-Hinterachskonstruktion zeigt Wirkung. Neu ist auch die elektromechanische Lenkung. Sie spart Treibstoff, weil sie nur dann Motorkraft beansprucht, wenn wirklich gelenkt wird. Zudem greift sie automatisch ein und korrigiert die Richtung, wenn Seitenwind oder eine schräg abfallende Fahrbahn für die Spurtreue zum Problem werden. Wer es sportlich liebt, lernt bald das serienmäßige Stabilitätsprogramm ESP kennen. Die Elektronik hält mit sanftem aber nachdrücklichem Bremseingriff den Golf in der Spur. Wer möchte, kann die elektronische Sicherheitsleine per Knopfdruck abschalten. Und wenn es mal, trotz Bremsassistent kracht, schützen Front-, Seiten und Windowairbags über die gesamte seitliche Fensterfläche die Passagiere. Auch Sicherheitskopfstützen gegen das schmerzhafte Schleudertrauma beim Heckunfall und Isofix-Kindersitzvorbereitungen sind serienmäßig.

Von allem mehr

Die Preispalette des Golf V beginnt mit dem 1.4 Trendline mit 75 PS (55 kW) bei 15.220 Euro. Exakt so viel kostete auch der entsprechende Vorgänger. Der günstigste Diesel, der 1.9 TDI mit 105 PS (77 kW) kommt auf 18.650 Euro. Unser Testwagen, der Golf V 1.6 FSI, steht als Comfortline-Version mit 19.625 Euro in der Preisliste. Sechs Airbags, ESP mit Bremsassistent, elektrische Fensterheber, beheizbare Außenspiegel und Funk-Zentralverriegelung gehören zur Basisausstattung. Comfortline bedeutet zusätzlich: Tempomat, Leichtmetallräder, automatisch abblendender Innenspiegel, Regensensor, höhenverstellbarer Beifahrersitz, Lendenwirbelstützen vorn sowie zusätzliche Innenraumleuchten und Ablagen. Vier Türen (995 Euro), Klimaanlage (1.225 Euro), Radio (ab 520 Euro) oder ein Winterpaket mit beheizbaren Vordersitzen (370 Euro) lassen den Preis jedoch rasant nach oben schnellen.

Die Reifeprüfung

Fazit: Grundsätzlich ist der technische Fortschritt des Golf V auf jedem Kilometer zu spüren. Allerdings zeigt nicht nur die Karosserie neue Größe, auch die Preise liegen auf Topniveau. Und es bleibt zu hoffen, dass die festgestellten Verarbeitungsmängel nur auf den Serienanlauf zurückzuführen sind. Wir werden es bei Gelegenheit mit einem neuen Test überprüfen.

(10/03) mototype, Holger Schilp

Allianz Autowelt Datenblatt

Fahrzeug

Volkswagen Golf V 1.6 FSI

Motor

1.598 ccm, 4 Zylinder, Reihe

Leistung

85 kW (115 PS)

Drehmoment

155 Nm bei 4.000 U/min

Fahrleistungen

192 km/h, 0-100 km/h in 10,8 s

Verbrauch

6,8 Liter Super Plus/100 km

Schadstoffnorm

Euro 4

Gewicht/Zuladung

1.184 kg leer, 411 kg Zuladung

Abmessungen

4.204 x 1.759 x 1.485 (LxBxH)

Kofferraum

350 Liter

Basispreis

17.995 Euro

Stand 10/2003

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