Mobilität braucht Sicherheit
 
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Anlässlich der Fußball-Europameisterschaft erläutert Carsten Reinkemeyer von der Sicherheitsforschung im Allianz Zentrum für Technik (AZT) die Ergebnisse eines Crashtests zum Thema "Fans im Autokorso" und gibt Tipps zum sicheren Verhalten während einer solchen Siegesfahrt.
Allianz Versicherungs-AG
München, 16. Juni 2008
Allianz.com News: Herr Reinkemeyer, was ist an Autokorsos von Fans durch die Stadt nach einem Sieg beispielsweise "ihrer" Fußballmannschaft auszusetzen?
Reinkemeyer: An dem eigentlichen Autokorso ist an sich nichts auszusetzen. Es begeistert mich ja auch, wenn bei großen Ereignissen, besonders Fußballspielen, die Fans im Autokorso durch die Straßen fahren und damit ihrer Freude Ausdruck verleihen.
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Wo liegen dann Ihre Bedenken?
Reinkemeyer: Oft kann man während des Korsos überschwängliches Verhalten von Fahrern und Mitfahrern beobachten. Beispielsweise sitzen Mitfahrende in den Fensteröffnungen oder lehnen aus dem Fahrzeug. Genauso gerne sitzen die Mitfahrer bei Cabrios auf dem Verdeck. Dagegen haben wir Unfallforscher vom AZT etwas einzuwenden.
Was genau?
Reinkemeyer: In allen diesen Fällen werden die Fans während eines Unfalls nicht vom Lebensretter Nummer eins, dem Sicherheitsgurt, geschützt. Abgesehen davon, dass der 'außenbords' Mitfahrende bei plötzlichen Manövern vom Auto stürzen kann, knallt der ungesicherte Mitfahrer beim Unfall auch ungebremst gegen das nächste Hindernis.
Woher nehmen Sie diese Erkenntnisse?
Reinkemeyer: Das Allianz Zentrum für Technik hat in einem Versuch demonstriert, was die Folge solchen Leichtsinns sein kann: Wir haben ein Cabrio mit einem auf dem Verdeck sitzenden Dummy bei nur 45 Kilometern pro Stunde gegen ein Hindernis prallen lassen.
Was war das Ergebnis dieses Crashversuchs?
Reinkemeyer: Während das Auto schon zum Stehen kommt, rast der ungesicherte Fan einfach weiter und drückt bei diesem Versuch erst auf die Lehne des Fahrersitzes, um dann fast ungebremst gegen den Überrollbügel zu prallen. Durch die Belastung der vorderen Sitzlehne wird auch noch der eigentlich korrekt gesicherte Fahrer sehr weit nach vorne in den Gurt gepresst - er muss die Last des ungesicherten Mitfahrers 'mittragen'.
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Was wären die Folgen für echte Menschen gewesen?
Reinkemeyer: Beide Fans hätten in diesem Versuch mit großer Wahrscheinlichkeit tödliche Verletzungen erlitten. Bei anderen Cabriokonstruktionen wäre die auf dem Verdeck sitzende Person sogar auf den Frontscheibenrahmen oder den Unfallgegner aufgeprallt - mit ähnlichen Konsequenzen.
Was raten Sie Beteiligten an einer Sieges- und Freudenfahrt mit dem Auto zu beachten, um sicher feiern zu können?
Reinkemeyer: Sie können solche Unfallfolgen leicht vermeiden: Bitte sitzen Sie auch in Feierlaune bei offenen Fenstern oder geöffnetem Verdeck nur angeschnallt im Auto! Wir vom AZT wollen, dass Sie auch in Zukunft Fußballsiege mit einem Autokorso feiern können - aber Sicherheit sollte immer Vorrang haben!
 
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Kontakt für Presse
Christian Weishuber
Allianz Versicherungs-AG
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