Mobilität braucht Sicherheit
 
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Mit der Mille Miglia Storica wird die Tradition eines der größten automobilen Abenteuer fortgesetzt. Seit 1977 zieht das Revival des legendären Oldtimerrennens jedes Jahr aufs Neue Fans und Automobilliebhaber in ihren Bann. Auch dieses Jahr, vom 15. bis zum 28. Mai, findet sie wieder statt.
Allianz Autowelt GmbH
München/Brescia, 30.04.2008
Wie alles begann
1927 begann mit der Mille Miglia ein Abenteuer, das mittlerweile seine Begründer überlebt hat. Die Zwanziger, Jahrzehnt der Geschwindigkeitsrekorde, gaben den idealen Nährboden für die Idee eines neuen, langen und harten Rennens. Dies sollte, auf Wunsch der Gründer G. Canestrini, A. Maggi, R. Castagneto und F. Mazotti, später bekannt als die vier Musketiere, wieder in ihrer Heimatstadt Brescia stattfinden. Denn einst Zentrum des Automobilsports, war bis 1926 die oberitalienische Industriestadt durch die Einrichtung des Autodroms von Monza in Vergessenheit geraten. Die "Coppa Mille Miglia" war geboren.
"Die Quintessenz des Abenteuers" (Jacques Ickx)
Beim 1927 erstmalig stattfindenden Rennen überquerte unter Ferdinando Minoja und Guiseppe Morandi ein in Brescia gebauter O.M. (Officine Meccaniche) als erster die Ziellinie. Dieser benötigte mehr als 21 Stunden, um die anspruchsvolle Strecke zu vollenden. Wie nicht anders zu erwarten, beherrschten von Anfang an italienische Automobile und Fahrer das Rennen: vor dem Zweiten Weltkrieg Alfa Romeo, danach Ferrari. Den ersten ausländischen Triumph konnte Rudolf Caracciola in einem Mercedes SSKL für sich beanspruchen. 1955 stellte Stirling Moss, noch immer eine viel gesehene Figur auf der Viale Venezia, den noch bis heute gültigen Rekord in einem Mercedes 300 SLR mit der Startnummer 722 auf: Für 998 Meilen (1.606 km) benötigte er nur 10 Stunden, 7 Minuten und 48 Sekunden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit von 157, 65 km/h erscheint selbst im Zeitalter von Spitzengeschwindigkeiten jenseits der 300 km/h Marke schier unvorstellbar. Doch das überaus harte Rennen forderte seinen Tribut: Im Verlauf der 50er Jahre häuften sich die Unfälle. Die Zahl der tödlich verunglückten Zuschauer stieg dabei erschreckend an. 1957 rast Alfonso de Portago mit einem Ferrari in die Zuschauermenge. Traurige Bilanz: 12 Tote (inkl. Fahrer und Beifahrer). Dieser Zwischenfall sollte vorerst das Ende der wohl herausfordernsten Rallye der damaligen Rennsport-Szene bedeuten.
Die Legende fährt weiter
Bei der Wiederauflage von 1977 handelt es sich nicht mehr um ein Autorennen im eigentlichen Sinne, wo nur das Eine zählte: Geschwindigkeit. Heute ist die Mille Miglia Storica, wie sie nach ihrer Wiederbelebung genannt wurde, ein Gleichmäßigkeitsrennen; Von seiner ursprünglichen Faszination hat die legendäre Klassikerrallye jedoch nichts eingebüßt. Immer noch strömen tausende von Fans und Oldtimerliebhaber jedes Jahr nach Brescia auf die Viale Venecia, Start- und Zielpunkt des Rennens, um den Ikonen des historischen Rennsports zu huldigen und sich vom aufflammenden Geist des wohl wagemutigsten Rennsport-Ereignisses vergangener Zeiten, mitreißen zu lassen. An drei Tagen und Nächten messen sich rund 375 Preziosen in den Kategorien Exklusivität, Design und Leistung. Auf den 1.600 km, von Brescia nach Ferrara, über Rom und wieder zurück, führt die Strecke durch Italiens schönste Landstriche. Das Teilnehmerfeld jagt über nicht abgesperrte Landstraßen, schmale, kurvige Bergstraßen in Schwindel erregenden Höhen ebenso wie durch enge Gässchen italienischer Altstädte, bevölkert von jubelnden Fans. Denn damals wie heute spornt dieses einmalige Ereignis Fahrer und Fahrzeuge zu Höchstleistungen an.
Illustratives Bild
Dabei sein ist Alles
Die technische Abnahme der rustikalen Boliden auf der Piazza della Vittoria stellt jedes Jahr den Höhepunkt der Veranstaltung dar. Hauptattraktion dabei sind die, von ihren stolzen Besitzern auf Hochglanz gebrachten, automobilen Klassiker, allesamt Renn- und Sportwagen aus den Jahren 1927 - 57. Die Ehre der Startnummer 1 gebührt traditionellerweise einem O.M: Superba, da dieser als erster Wagen die Coppa Mille Miglia gewann. Auch dieses Jahr am 19. Mai begann um 9:30 Uhr das Spektakel mit der technischen Abnahme der teilnehmenden Fahrzeuge. Der Startschuss für die 375 Teilnehmer fiel dann um 20.00 Uhr auf der Startrampe auf der Viale Venezia.
Zum vorerst letzten Mal nahm der legendäre Mercedes Benz 300 SLR mit der Startnummer 722 teil - traditionsgemäß mit Stirling Moss und Jochen Maas im Cockpit. Den Sieg konnte sich das Team von Luciano Viaro und Maurizio de Marco mit der Startnummer 34, in einem Alfa Romeo 6c 1500 Super Sport, Baujahr 1928 sichern.
Jedes Jahr übersteigt die Anzahl der Bewerber um ein Vielfaches das Quantum an tatsächlich zugelassenen Teilnehmern. Die Aufnahmebedingungen für das beliebte Rennen sind daher auch recht hart. Grundvoraussetzung ist: Ein Fahrzeug aus den Jahren 1927-1957, von dem mindestens ein Modell an dem ursprünglichen Rennen teilgenommen hat. Neben einer Startgebühr von 3.800 EUR müssen die potenziellen Teilnehmer einen FIVA-Pass für Gleichmässigkeitsrennen besitzen, der Echtheit, Originalität und die Historie des Automobils dokumentiert. Eine gültige Rennlizenz wird selbstverständlich vorausgesetzt.
Illustratives Bild
Streckenplan und Städtetipps 2008
Die Strecke der Mille Miglia 2008 unterscheidet sich nur in wenigen Streckenabschnitten von den Routen, die in den letzten 25 Jahren für die Mille Miglia storica gewählt wurden. Die Etappenziele Ferrara und Rom wurden ebenso beibehalten wie der grobe Streckenverlauf, der sich am historischen Vorbild bis 1957 orientiert. In der italienischen Hauptstadt wird es im Vergleich zu den Vorjahren jedoch eine Fahrt zum historischen Zentrum in Richtung Colosseum geben, wo die Fahrzeuge auf einer Bühne vor der Arena im Abendlicht dem Publikum präsentiert werden. Auf der dritten Etappe zurück zum Ziel in Brescia werden die Teilnehmer direkt von Modena über Mantua nach Brescia fahren und die Stadt von Osten erreichen. Um 21.30 Uhr wird dort der erste erschöpfte Fahrer und Beifahrer erwartet.
Fazit
"The greatest car race in the world" (Stirling Moss)
Text: Karin Adolph, Alexander Kuhlmann
 
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Christian Weishuber
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