Mobilität braucht Sicherheit
 
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Was wie eine rhetorische Frage wirkt, sollten Tierbesitzer durchaus ernst nehmen. Das Oberlandesgericht Nürnberg entschied: Autofahrer müssen sicherstellen, dass ein Hund in Ihrem Fahrzeug ausreichend gesichert ist, sonst handeln Sie fahrlässig und riskieren so ihren Versicherungsschutz. Im strittigen Fall war das Tier dem Fahrer ins Lenkrad gesprungen und hatte so einen Unfall verursacht (Az: 8 U 281/96).
Ein auffälliges Bild im Straßenverkehr: Vom Beifahrersitz des entgegenkommenden Fahrzeugs grüßt kein menschliches Antlitz, sondern eine pelzige Hundeschnauze.
Ein "putziger" Anblick, der jedoch ein hohes Risiko birgt: Ungesicherte Haustiere im Pkw können, zumal auf dem Beifahrersitz, den Fahrer vom Straßengeschehen ablenken. Das erhöht einerseits deutlich die Unfall- und andererseits die Verletzungsgefahr für Mensch und Tier. Nämlich dann, wenn Letzterer bei einer Vollbremsung oder einem Zusammenstoß mit dem Vielfachen seines Körpergewichts durchs Auto fliegt und zum lebensgefährlichen "Geschoss" mutiert.
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Es ist gang und gäbe, Hunde ohne besonderen Schutz im Auto mitzunehmen: Bei einer Umfrage Allianz Zentrums für Technik (AZT) gaben 78 Prozent der Hundehalter an, ihr Tier ungesichert im Pkw zu transportieren und damit bei einem Unfall in Kauf zu nehmen, dass es verletzt oder getötet wird. Bei Kombi-Fahrzeugen, in denen die Tiere in der Regel auf der Ladefläche befördert werden, verfügen immerhin 60 Prozent über ein Schutzsystem (Netz, Gitter usw.).
"Ein Hund kann sich zu einer Gefahr für sämtliche Insassen entwickeln, wenn er bei einem Bremsmanöver durch den Wagen geschleudert wird", warnt Dieter Anselm, Geschäftsführer des AZT). Um festzustellen, welche Systeme hier die größte Sicherheit bieten, hat das AZT die gängigen Einrichtungen in Crashversuchen getestet.
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Erschreckende Ergebnisse
Das Ergebnis ist erschreckend: Ein Sicherheitsnetz wurde allein von der Wucht des Aufpralls eines Zwergschnauzer-Dummies (6,5 kg) aus der Verankerung gerissen. Ein zwischen Fußboden und Wagendach eingespanntes Gitter löste sich beim Crash bereits, bevor das Tier dagegen prallte, beide "Geschosse" knallten mit hoher Beschleunigung gegen die Vordersitze bzw. gegen die Frontscheibe. Ähnlich erging es einem Schäferhund-Dummy (40 kg) in einem Hundegurt, als die Nähte des Brustgeschirrs rissen.
Positiver verlief der Versuch mit einer Kunststofftransportbox, fest mit Stahlwinkeln auf der Ladefläche verankert. Allerdings ist hier die Krafteinwirkung auf den Tierkörper riskant hoch. Von einem Transport der Box auf der Rückbank wird dringend abgeraten, da eine zuverlässige Befestigungsmöglichkeit fehlt.
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Allianz Schutzgitter für sichere Autofahrt mit Hund
Daher raten die Sicherheitsexperten des Allianz Zentrums für Technik, tierische Fahrzeuginsassen auch auf kurzen Strecken abzusichern. Viele der hierzu angebotenen Systeme wie Schutznetze, Sicherheitsgurte, Gitterkonstruktionen und sogar Transportboxen weisen jedoch erhebliche Schwächen auf.
Darum entwickelten die Fachleute des Versicherers ein spezielles Schutzgitter für den sicheren Transport des Hundes auf der Rücksitzbank, das die Vorteile eines Netzes mit denen einer festen Konstruktion kombiniert. Bei einer Kollision hält das System den Belastungen von bis zu drei Tonnen stand, die Fahrzeuginsassen werden geschützt und auch die Vierbeiner bleiben unverletzt. Erhältlich ist das Ganze über die Kleinmetall GmbH.
Das Grundkonzept besteht aus der Idee, in einem stabilen Rahmen flexible, reißfeste Bänder zu verspannen, die die Aufprallenergie optimal vernichten. Dadurch besteht weniger Verletzungsgefahr für den Hund. Es wurden in mehreren dynamischen Tests die Festigkeit der Abtrennung unter Beweis gestellt. Bei jedem Belastungstest wurde mit einem 40 kg schweren Hundedummy ein Frontalaufprall mit 50 km/h simuliert. Die Videoeinstellungen, die während des Tests aufgenommen wurden, dokumentieren, dass das Tier bestmöglich vor Verletzungen geschützt ist.
Mögliche Bußgelder für ungesicherte Hunde
Obwohl es keine Gurtpflicht für Hunde in Deutschland gibt, kann eine Geldstrafe verhängt werden, wenn Autofahrer ihren "Waldi" nicht ausreichend sichern. Denn vor dem Gesetz gelten Hunde als Ladung. Handeln Fahrer fahrlässig und lassen beispielsweise ihre Vierbeiner von vorn nach hinten klettern und durch das Auto toben, drohen zudem bis zu drei Punkte in Flensburg.
 
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